Willkommen im Leben
Willkommen im Leben – Newborn-Fotos zu Hause
Da liegt ein kleiner Mensch, der erst seit ein paar Tagen oder Wochen auf der Welt ist. Und um ihn herum ein Zuhause, das sich gerade komplett neu sortiert hat.
Genau dort fotografiere ich am liebsten: Newborn-Fotos zu Hause, mitten im echten Leben.
Alles, was dein Baby kennt, ist schon da
Ein Baby kennt in den ersten Wochen nur wenig: den Geruch der Eltern, die Stimmen, das eigene Bett, das Licht im Kinderzimmer. Wenn all das um es herum ist, darf es einfach sein. Schlafen, wenn es müde ist, trinken, wenn es Hunger hat, sich an Mamas Hals kuscheln, wenn es das braucht.
Und die Eltern dürfen das auch. Niemand muss eine Tasche packen, an Wechselkleidung und Schnuller denken oder im richtigen Moment losfahren. Das Lieblingskissen liegt auf dem Sofa, die Decke dort, wo sie immer liegt. Ich komme zu euch nach Hause, und wir lassen den Tag so laufen, wie er ohnehin läuft.
Es gibt keine Uhr
Bei einem Shooting zu Hause schaue ich nicht auf die Uhr – ich plane immer 2-3 Stunden ein. Wenn das Baby schlafen möchte, schläft es. Wenn es gestillt werden will oder eine neue Windel braucht, machen wir eine Pause. Wenn es gerade einfach nicht passt, weil der Tag unruhig ist oder die Zähne drücken oder das Köpfchen heute nicht will, dann komme ich ein anderes Mal wieder.
Das ist mir wichtig, weil sich Druck sofort überträgt. Eltern, die auf die Uhr schauen, machen Babys unruhig, und unruhige Babys machen Eltern nervös. Dieser Kreislauf entsteht bei mir gar nicht erst. Ein Neugeborenes bestimmt das Tempo, und ich richte mich danach.
Eine Reportage statt Inszenierung
Natürlich gibt es auch die klassischen Bilder: das Baby auf dem Arm, die Hände von Mama und Papa, die kleinen Füße. Die gehören dazu, und ich liebe sie.
Aber was ich wirklich liebe, sind die Bilder dazwischen. Wenn Papa mit dem Baby am Fenster steht und gemeinsam mit ihm hinausschaut. Wenn gewickelt wird, ganz konzentriert und mit so viel Aufmerksamkeit für diesen winzigen Menschen. Wenn die Katze neugierig auf das Sofa springt, um nachzusehen, wer da neu im Haus ist. Oder der Hund, der sich ganz selbstverständlich neben die Wiege legt, als wäre er der Wächter. Tiere gehören zur Familie, und deshalb dürfen sie auch aufs Bild.
Das sind keine inszenierten Szenen, sondern kleine Augenblicke, die einfach passieren. Und genau sie bedeuten später alles.
Was wir heute nicht mehr sehen
Es gibt noch einen anderen Grund, und der liegt in der Zukunft.
Stell dir vor, dein Kind ist dreißig und schaut sich Bilder aus seinen ersten Wochen an. Nicht nur sich selbst, sondern alles drumherum: das Sofa, auf dem ihr so viele Nächte verbracht habt. Die Lampe im Kinderzimmer. Den Stoffhasen, der schon da war, bevor es geboren wurde. Das Fenster, durch das morgens das Licht fiel.
Dinge, die heute ganz selbstverständlich sind, werden in dreißig Jahren fremd und kostbar sein. Wie ihr euch eingerichtet habt, was auf dem Küchentisch stand, wie klein die Hände neben euren eigenen waren. Was heute modern ist, können wir uns in ein paar Jahrzehnten vielleicht gar nicht mehr vorstellen. Wir sehen das jetzt nicht, weil es unser Alltag ist.
Aber irgendwann sagt jemand: „Guck mal, so haben wir gelebt. So sah es aus, als du geboren wurdest.”
Diesen Satz kann man nur sagen, wenn es solche Bilder gibt.
Das Studio darf trotzdem sein
Ich möchte das nicht gegeneinander ausspielen. Auch bei mir im Studio entstehen wunderschöne Bilder, und wer gerne zu mir kommt, ist dort herzlich willkommen. Manche Familien fühlen sich in einem ruhigen, schönen Raum richtig wohl, und das ist genauso richtig.
Für mich ist es nur eine Frage des Gefühls. Wenn ich die Wahl habe, wähle ich das Zuhause. Weil dort nichts erklärt werden muss. Weil das Leben schon da ist.
Was bleibt
Neugeborene bleiben nicht lange neugeboren. Das erzählen mir Eltern immer wieder: Kaum hat man sich an das kleine Gewicht auf dem Arm gewöhnt, ist das Baby schon wieder ein Stück gewachsen.
Die ersten Wochen sind kurz, aber sie sind das Fundament von allem. Wenn davon ein paar Bilder bleiben, die zeigen, wie ihr gelebt, gelacht und gestaunt habt, dann sind sie später mehr als schöne Fotos. Dann sind sie eine kleine Heimat, in die man zurückgehen kann.
Willkommen im Leben, kleiner Mensch.




